Projekt Mauersegler
| Steckbrief | Projekt "Mauersegler" |
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Aussehen:
Rufe:
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Ernährung:
frisst
Insekten des freien Luftraumes (,,Luftplankton“)
jagt
meist in höheren Luftschichten als Schwalben
Lebensweise:
verbringt
fast sein gesamtes Leben in der Luft (landet nur zum Brüten an Felswänden,
Mauern oder Nistkästen, aber nie am Boden!)
Zugvogel:
von Ende April bis Anfang September bei uns, restliche Zeit in Afrika
Fortpflanzung:
brütet
bevorzugt in Kolonien
Nest
meist in Starenkästen oder Hohlräumen von Gebäuden
(1)
2-3 (4) Junge von beiden Eltern versorgt
Der an Schwalben erinnernde Mauersegler ist im oberen
Mühlviertel eher unter dem Namen ,,Turmsegler“ oder ,,Turmschwalbe“ bekannt.
Er ist ein gewandter und ausdauernder Flieger, der den Großteil seines Lebens
in der Luft verbringt. Als Nistplatz bevorzugt er Gebäude, wo er meist in
Starenkästen, seltener in anderen Hohlräumen oder Nischen brütet. Am
eindrucksvollsten sind wohl die von lauten ,,sriii-sriii-sriii“-Rufen
begleiteten Flugspiele der geselligen Vögel.
Der Mauersegler ist von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze etwa 18 Zentimeter lang und hat eine Flügelspannweite von rund 42 Zentimetern. Sein Gefieder ist bis auf die helle Kehle, die im Flug aber kaum zu sehen ist, einheitlich dunkelbraun. Die dunkelgrau bis schwarz gefärbten Jungvögel haben helle Federsäume und mehr Weiß im Gesicht. Mauersegler sind in noch extremerer Weise als Schwalben an das Leben in der Luft angepasst. Nicht nur fressen, trinken und Nistmaterial sammeln erfolgt im Flug, sondern selbst das Schlafen und die Paarung können so stattfinden. Die kurzen Klammerfüße sind eine Anpassung an den Umstand, dass sich Mauersegler praktisch nie am Boden aufhalten, sondern nur an senkrechten Strukturen niederlassen. Charakteristisch für die stromlinienförmig gebauten Vögel ist neben dem scheinbar kurzen Hals und den sichelförmigen Flügeln mit kaum erkennbarem Flügelbug der kurze, gegabelte Schwanz. Aus der Nähe fallen auch die relativ großen, in einer zugfreien Vertiefung liegenden Augen auf. Beim typischen Flug des Mauerseglers wechseln Phasen mit schnellen, tiefen Flügelschlägen mit Gleit- bzw. Segelflugphasen ab. Die markantesten Merkmale fliegender Mauersegler sind wohl ihre schrillen ,,sriii-sriii-sriii“-Rufe, die sie im Flug regelmäßig von sich geben und sie unverwechselbar machen.
Mauersegler oder Schwalbe?
| Rauchschwalbe:
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Mehlschwalbe:
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Mauersegler:
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Fotos: P. Buchner
Da der Mauersegler in Aussehen und Lebensweise an Schwalben erinnert, wird er von Laien häufig mit diesen verwechselt. Er unterscheidet sich von diesen aber nicht nur anhand seiner bedeutenderen Größe, sondern auch durch seine Färbung, sein Flugbild und seine Flugweise. Während die ebenfalls weit verbreiteten Mehl- und Rauchschwalben eine weiße Unterseite aufweisen, sind Mauersegler einheitlich dunkel gefärbt (der kleine, weißliche Kehlfleck ist im Flug kaum zu sehen). Die langen, schmalen und sichelförmigen Flügel verleihen dem Mauersegler im Vergleich zu den etwas kompakteren Schwalben ein schlankeres Flugbild. Die langsamer fliegenden Schwalben haben zudem eher eine flatternde Flugweise und schlagen außerdem ihre Flügel mehr nach hinten. Am Brutplatz sind die drei Arten am leichtesten zu unterscheiden: Während Rauchschwalben meist einzelne, oben offene Lehmnester im Inneren von Gebäuden (meist in Kuhställen) errichten, bauen Mehlschwalben ihre bis auf eine kleine Einflugöffnung geschlossenen Lehmnester häufig in Kolonien an die Außenseite von Gebäuden. Mauersegler hingegen brüten in Starenkästen oder sonstigen Hohlräumen. Das spärliche Nest aus eingetragenen Federn etc. ist von außen nicht zu sehen.
Vom Wald in die Stadt
Mauersegler sind Zugvögel, die im südlichen Afrika überwintern und ab der zweiten Aprilhälfte bei uns eintreffen. Die geburtsortstreuen Vögel besetzen in der Regel wieder dasselbe Nest, das bei Bedarf ausgebessert oder erneuert wird. Zwar waren Mauersegler ursprünglich Fels- und Baumbrüter, sie kamen aber im 19. Jahrhundert weitgehend von dieser Lebensweise ab. Heute brüten diese geselligen Sommervögel fast ausschließlich auf menschlichen Bauwerken. Als ,,Ersatzfelsen“ werden alle Arten von dominierenden Gebäuden bevorzugt. Die Palette reicht von Burgen, Ruinen, Türmen, Kirchen, mehrstöckigen Häusern und Stadtmauern über Lagerhallen und Industrie- und Hafenanlagen bis zu Brücken. Die Nester werden in der Regel in kleinen Hohlräumen wie Mauerlöchern oder Nischen, vielfach direkt unter einem (Dach-)Vorsprung angelegt. Brutplätze an Felswänden (natürlichen Wänden und Steinbrüchen) und in Baumhöhlen sind heute hingegen die Ausnahme.
| Mauersegler sind in ganz Österreich verbreitete Brutvögel, die nur in den Hochlagen der Alpen fehlen. Aufgrund ihrer Ansprüche an den Brutplatz liegt der Schwerpunkt ihres Vorkommens aber in den städtischen Siedlungsformen, während der ländliche Bereich eher sporadisch besiedelt wird. In kleinen Ortschaften bilden oft Kirchen den einzigen Brutplatz, Kleinstädte mit altem Siedlungskern oder Stadtmauern können dagegen bereits einige Brutplätze beherbergen. In Gebieten, in denen Mauersegler Starenkästen annehmen, brütet – je nach Häufigkeit der Kästen – einunterschiedlich hoher Anteil der Population in diesen. |
Brutplätze in den Mauerritzen der Burg Pürnstein kommen natürlichen Felsbrutplätzen am nächsten. Der Großteil der mühlviertler Mauersegler brütet allerdings in Starenkästen. |
So stellen Starenkästen den häufigsten Nistplatz des Mauerseglers im Mühlviertel dar. Diese meist für Stare angebrachten Nisthilfen werden vor allem bei freier Anflugmöglichkeit (an Hauswänden, gelegentlich auf Bäumen) meist vom Mauersegler besiedelt. Ist der Star beim Eintreffen des Seglers mit seinem Brutgeschäft noch nicht fertig, wird er vielfach nach längerem Kampf von diesem aus seiner Wohnung geworfen. Will man dies verhindern, sollte man Starenkästen geschützt im Inneren einer Baumkrone anbringen.
Heute leidet der Mauersegler mancherorts an Brutplatzverlusten infolge baulicher Veränderungen. Einerseits gehen bei der Renovierung von Althäusern und historischen Gebäuden Mauerlücken verloren, andererseits bieten moderne, glatte Fassaden von Neubauten von vornherein keine Einschlupfmöglichkeiten. Dieser Gefährdungsursache, die mancherorts bereits zu Bestandsrückgängen führte, kann man durch den Einbau von Mauersegler-Niststeinen beim Errichten von Gebäuden oder durch nachträgliches Anbringen von Nistkästen wirksam begegnen.
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Nistkästen mit einer Sitzstange vor dem
Einflugloch können zu einer tödlichen Falle werden. Die mit hohen
Geschwindigkeiten einfliegenden Vögel brechen sich hier nicht selten die
Flügel und sind dann dem Tod geweiht. |
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Brutgeschäft
Für den Nestbau sammeln beide Elternteile vom Wind hoch gewirbelte Federn, Blätter, Halme und Papierfetzen, die sie mit ihrem zähen Speichel zu einer kunstvollen Nestschale verkleben. Die Eiablage für die einzige Jahresbrut erfolgt meist Mitte Mai. Sowohl das Weibchen als auch das Männchen bebrüten das aus bis zu drei weißen Eiern bestehende Gelege, aus dem nach ungefähr 20 Tagen die Jungen schlüpfen. Die Länge der Nestlingszeit und die Höhe des Bruterfolges unterliegen starken witterungsbedingten Schwankungen. Während die Jungen in einem Bilderbuchsommer nach etwa 38 Tagen ausfliegen, kann es bei ungünstigen Wetterverhältnissen bis zu 56 Tage dauern. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sowohl niedrige Temperaturen als auch hohe Niederschläge und starker Wind das Angebot an Fluginsekten verringern und dadurch zu Nahrungsengpässen bei Mauerseglern führen. Diese erbeuten ihre Nahrung ausschließlich im Flug und sammeln sie im Kehlsack zu einem Futterballen, den sie zum Nest bringen. Zwar können Mauersegler über den verschiedensten Habitaten beobachtet werden, am häufigsten sieht man sie aber über insektenreichen Gewässern und Feuchtgebieten. Bei so genannten Wetterfluchten, also Ausweichflügen großer Mauerseglerschwärme vor Schlechtwetterbedingungen, können sich die Altvögel selbst während der Jungenaufzucht in Extremfällen mehr als 400 Kilometer vom Brutplatz entfernen. Bereits befiederte Jungvögel sind daran angepasst und fallen während dessen in eine Art ,,Hungerschlaf“, in dem die Körpertemperatur gesenkt und die Atemfrequenz reduziert wird. Sie zehren in dieser Zeit von Fettvorräten und können so etwa eine Woche ohne Nahrung und Brutpflege überleben. Länger anhaltende feucht-kalte Witterung kann allerdings in manchen Jahren regional zu Totalausfällen beim Nachwuchs führen. Werden erfolgreich Junge großgezogen, fliegen sie mitunter sogar in Abwesenheit der Eltern aus. Sie sind nach dem Verlassen des Nestes völlig selbstständig, d. h. sie kehren weder zum Nest zurück noch werden sie weiterhin von den Eltern versorgt.
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Da Mauersegler Nistmaterial nur aus der Luft
aufnehmen können, werden meist nur wenige Federn etc. eingetragen. In Nistkästen
dienen meist Nester anderer Vögel – im Bild links ein Starennest – als
Unterlage. Rechts noch unbefiederte Jungvögel einer Dreierbrut.

Blick in einen Mauersegler-Nistkasten: Links ein großer,
einheitlich brauner Altvogel, rechts drei etwas dunklere Junge mit hellen Federrändern
und hellerem Gesicht.
Nach nur vier Monaten Aufenthalt verlassen die ersten Mauersegler bereits ab Ende Juli wieder das Brutgebiet und ziehen Richtung Afrika. Diese ,,Nomaden der Lüfte“ verbringen damit von allen heimischen Zugvögeln die kürzeste Zeit bei uns. Einzelne Mauersegler-Trupps, vielfach Durchzügler aus nördlicheren Brutgebieten, können aber noch bis September beobachtet werden.
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Mag.
Christian Deschka
Vorderschlag
16
4153
Peilstein
Tel.:
0664/411 95 05
E-Mail: christiandeschka@hotmail.com
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Projekt-
bzw. Untersuchungsgebiet:
gesamter Bezirk Rohrbach
Siedlungsdichteerhebung in der Gemeinde Peilstein
Untersuchungszeitraum:
flächendeckende Verteilung von Mauersegler-Nistkästen in den nächsten 3 Jahren
anschließend mindestens 10jährige Untersuchung
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Durchgeführte
Tätigkeiten:
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Ziele:
Artenschutzaspekte:
Umweltbildungsaspekte:
Artenkenntnis vermitteln
Menschen für die Bedürfnisse von ,,tierischen Mitbewohnern“ sensibilisieren (z.B. durch Zusammenarbeit mit Schulen)
Forschungsaspekte:
Mitarbeit:
Durch die
Mitteilung von Mauerseglerbeobachtungen können Sie einen wertvollen Beitrag zum
Projekt leisten. Wir interessieren uns insbesondere für
Spenden:
Um Unterstützung des Projektes wird unter der önj-Haslach-Kontonummer 4200-004275, BLZ 20 334, Sparkasse Mühlviertel-West, Kennwort "Mauersegler", gebeten.
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by Christian Deschka, önj Haslach - Natur ohne Grenzen, 2004
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